„Ein Anblick, den ich nie vergessen werde!“, erzählt German Bieger von den letzten Kriegstagen. Bei der Instandsetzung des Soldatengrabs an der Schlattemer Kirche holten den Ortschronisten die Bilder seiner Kindheit ein. In den letzten Kriegstagen 1945 marschierten die Truppen der französischen Infanterie in Schlatt ein. Bei der Verteidigung des strategisch wichtigen Punkt am Eingang ins Killertal kam es zu einem kurzen Gefecht, bei dem zwei deutsche Soldaten ihr Leben ließen. „Ich weiß noch, wie die beiden Soldaten hier am Eck der Kirche abgelegt wurden. Sie waren abgedeckt. Für uns als Kinder war dies ein furchtbarer Anblick, der uns viele Wochen nicht mehr aus dem Kopf ging.“, erinnert sich Bieger. In aller Stille wurden die Soldaten im Kirchgarten beerdigt. Später wurde einer von ihnen umgebettet und fand seine letzte Ruhestätte in seiner Heimat in der Nähe von Pfullingen. Der Zweite, der 19-jährige Heinrich Schlüter aus Schleswig-Holstein, ruht noch heute im Garten der Kirche in Schlatt.

 

Sein Grabstein wurde über die Jahre hinweg allerdings von der Witterung sehr in Mitleidenschaft gezogen, nachdem er im vergangenen Jahr nun auch noch fast umgekippt wäre, haben einige Schlattemer rund um German Bieger sich der Grabstätte angenommen. Rolf Schuler, Fridolin Killmayer und Franz Haug haben zusammen mit Bieger dafür gesorgt, dass dieses Denkmal nicht verschwindet. Sie haben den Grabstein gereinigt und neu gesetzt. „Es ist nicht nur ein Grabstein eines Soldaten, es ist ein Zeugnis der Geschichte unseres Ortes.“, unterstreicht Bieger die Bedeutung, die das Grabmal auch heute, in Zeiten von so vielen Kriegen in der Welt, hat.    

Bericht und Foto´s von Katrin Schuler